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Online-Stammtisch: Sensory Map im HGM – Orientierung mitgedacht

Siehe auch die Zusammenfassung unserer Online-Diskussion 12.06.2025: Sensorische Bedürfnisse und Neurodiversität im Museum.

Beim Online-Stammtisch am 11.02.2026 gab es einen spannenden Einblick ins Heeresgeschichtliche Museum: Paul Mach aus dem Vermittlungsteam stellte die dort entwickelte Sensory Map vor.

Entstanden ist sie im Rahmen des Projekts „Museum für alle“, geleitet von Sandra Orman, in Kooperation mit dem AMS. Im Fokus stand die Frage, wie Museen für neurodivergente Menschen zugänglicher werden können – ganz konkret und praxisnah.

Was zeigt die Sensory Map?

Die Map bildet die Ausstellungsräume ab und ergänzt sie um sensorisch relevante Informationen. Für jeden Raum wird mit Symbolen angegeben…

  • wie hell oder gedämpft die Beleuchtung ist.
  • wie stark das Besucher:innenaufkommen üblicherweise ist.
  • wie hoch die zu erwartende Geräuschkulisse ist.

Zusätzlich gibt es Hinweise auf saisonale Aspekte – etwa Temperaturunterschiede in bestimmten Bereichen.

Screenshot der Sensory Map des HGM mit Gebäudegrundriss des Parterre. Symbole markieren pro Raum Besucheraufkommen, Lärmpegel, Beleuchtung sowie besondere Hinweise wie Orte für Kindergeburtstage.

Die Sensory Map steht als PDF auf der Website des Museums zum Download bereit und ermöglicht damit schon vor dem Besuch eine gute Orientierung.

Ein Begleitheft “Museum-für-Alle” erklärt anhand von Fotos zentrale Elemente des Besuchsablaufs: Wo befindet sich der barrierefreie Eingang? Wo sind die Toiletten? Wie funktioniert der Ticketkauf? Wie erkennt man das Sicherheitspersonal? Wann ist mit Durchsagen zu rechnen?

Diese visuelle Vorbereitung hilft, Unsicherheiten abzubauen und Abläufe nachvollziehbar zu machen. Vor allem stärkt sie die Selbstbestimmung der Besucher:innen: Wer weiß, was ihn oder sie erwartet, kann informierte Entscheidungen treffen, den Besuch besser planen und ihn den eigenen Bedürfnissen entsprechend gestalten. 

Fragen & Diskussion

Eine Frage war, ob eine solche Map – insbesondere in einem Kriegsmuseum – auch Content Warnings enthalten sollte. Zu viele zusätzliche Informationen könnten die Klarheit der Map beeinträchtigen und würde vielleicht ein breiteres Publikum als eine Sensory Map ansprechen. 

Bewusst wurde die englische Bezeichnung Sensory Map gewählt. Der Begriff ist in der Zielcommunity bereits etabliert und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Das erleichtert die Auffindbarkeit und knüpft an bestehende internationale Praktiken an.

Diskutiert wurde auch die Idee, die Sensory Map nicht nur digital bereitzustellen, sondern auch vor Ort zugänglich zu machen – etwa gedruckt und als taktile Version.

Danke an Paul Mach für die Einblicke und an alle für die engagierte Diskussion!

Weitere Beispiele 

Weitere Ressourcen 

The Neurodiverse Museum

The Neurodiverse Museum has been set up to change the way museums and the cultural sector as a whole, approaches neurodiversity. In case you’re not familiar, neurodivergence includes autism, ADHD, ADD, dyslexia OCD, ODD dyspraxia, dyscalculia, dysgraphia and others.

SEND in Museums: Getting Started: Sensory Maps und Getting Started: Visual Stories

Eine wahre Fundgrube an Informationen darüber, wie Museen für neurodivergente Menschen und Familien zugänglicher und einladender gestaltet werden können. “SEND” = Special Educational Needs and Disabilities

Historic England: How Do We Produce a Sensory Map for Potential Visitors?

American Alliance of Museums, Neurodivergent Needs: A Q&A with ADDitudeMagazine

Open Source Wissenschaftliche Artikeln

Granland ME, Sadia T, Cooper E (2025), „Beyond the minimum: designing for neurodiversity in museums and galleries„. Archnet-IJAR: International Journal of Architectural Research Link

Hutson, P. and Hutson, J. (2022) Neurodivergence and Inclusivity in Cultural Institutions: A Review of Theories and Best Practices. Creative Education, 13, 3069-3080. doi: 10.4236/ce.2022.139193.


Svaler, T. B. (2023). On making libraries and museums more accessible for autistic people. IFLA Journal, 50(1), 42-52. https://doi.org/10.1177/03400352231202516 (Original work published 2024)